Bricks of Life 2015

Das Camp „Bricks of Life“ fand Mitte August in dem kleinen Bergdorf Cârtisoara am Fuße der Fogarascher Karpaten in Rumänien statt. Dreißig Kinder im Alter zwischen 7 und 16 Jahren, aus sehr notdürftigen Familien mit einer sehr schwierigen sozialen und schulischen Situation aus meiner Heimatstadt Cisnádie, wurden auf die Nachholprüfungen vorbereitet und dabei unterstützt, ihre Kenntnisse in Lesen, Schreiben und Rechnen zu festigen. Die Kinder werden seit einigen Jahren durch den rumänischen Verein „Hoffnung und Lächeln“ vor Ort betreut. Der rumänische Verein wurde 2005 von meiner Mutter, Jeni Czenter gegründet mit dem Ziel, Hoffnung und Lächeln im Leben von Kinder in unserer Heimatstadt und Umgebung zu bringen. Es sind Kinder aus Familien mit einer besonders schweren sozialen und familiären Situation die unter der Armutsgrenze leben. Die Eltern sind entweder arbeitslos oder nur gering beschäftigt und verdienen umgerechnet zwischen monatlich 60-100 Euro monatlich.

Camp in Cârtisoara
Camp in Cârtisoara

Eine besondere Bereicherung für das „Bricks of Life“ Camp war die Teilnahme von Andrea Göbel, Katharina Göbel und Susanna Mayer. Neben der aktiven Unterstützung für die Weihnachtspäckchen und für die Finanzierung des Camps haben Frau Göbel und Frau Mayer das Freizeitprogramm mitgestaltet! Mein Studienfreund Philipp Balasch aus München hatte sich spontan bereiterklärt das Projekt zu unterstützen, in dem dabei bei war und die sportlichen Aktivitäten koordiniert hat.

Das Programm war sehr vielseitig aufgesetzt und an die Bedürfnisse der Kinder angepasst.

Am ersten Nachmittag wurden die Benimm- und Verhaltensregeln gemeinsam abgestimmt und auf einem großen Blatt aufgeschrieben. Die Dienstgruppen für die Woche wurden eingeteilt und nach eigenem Namen ausgewählt wie z.B. die Mutigen, die Lustigen, die Glücklichen, die Fleißigen.

Morgens gab es in Dehn- und Atemübungen. Ziel dabei war es, dass die Kinder sich und den eigenen Körper wahrnehmen können. Danach gab es gemeinsam Frühstück. Bis mittags fand die Lernvorbereitung statt. Unter Anleitung von Frau Czenter und Carmen Militaru, sowie zwei weitere junge Helferinnen – Crina und Cristiana – haben die Kinder in kleinen Gruppen Lernaufgaben in Fächer wie Rumänisch, Mathematik gelöst. Das Einmaleins, Formeln und Definitionen in Algebra und Geometrie wurden wiederholt und geübt sowie Grammatikübungen in Rumänisch und Literatur. Der Junge Vasile, der in der 5. Klasse im Fach Deutsch eine Prüfung nachholen musste, wurde von Katharina betreut. Katharina hat im Sprachtandem auf diese Weise Rumänisch gelernt.

Carmen und die KidsCarmen Militaru bereitet mit Marius, Ximina und Elena die Nachholprüfung in Mathe vor

Nachmittags fanden sportliche Aktivitäten und kreative Workshops statt. Klar gab es Fußballspiel für die Jungs und Handball, Volleyball oder Badminton stand für die Mädels auf dem Programm. Der kleine Fluss, der durch das Dorf fließt, hat eine wunderbare Möglichkeit zur Abkühlung nachmittags bei 35°C angeboten.

Das kreative Programm beinhaltete Workshops wie Malen, Basteln, Clownerie, Improvisations- und Wahrnehmungsspiele. Unter Anleitung von Susanna fand eine Meditation zum Malen des eigenen Baum des Lebens. Jedes Kind durfte seinen eigenen Baum malen. Ein wunderbarer meditativer und kreativer Nachmittag.

Susanna mit Vali und Ovidiu nach dem Malworkshop
Susanna mit Vali und Ovidiu nach dem Malworkshop

Ein besonderes Highlight für die Kinder und Erwachsene waren die Clown-Workshops mit Andrea und Susanna. In einer aufgebauten Theaterkulisse durften die Kinder auf eine spielerische Art und Weise Bewegungsabläufe ausprobieren, sowie eine Vielfalt von Emotionen in verschiedenen Intensitätsstufen ausdrücken.

 

Ein Ausflug zur Forellenzüchterei Albota hat die Kinder besonders erfreut. Hier haben sie eine leckere warme Brühe erhalten und eine leckere Süßspeise „Papanash“.

Besuch bei der Forellenzüchterei in Albota
Besuch bei der Forellenzüchterei in Albota

Abends fanden Feedbackrunden zum Tagesrückblick, wo jeder über die Eindrücke des Tages sich mitteilen konnte. Anschließend zur Freude allen gab es Musik und Tanz.

Für drei der Schützlinge – Marius, Elena, und Ximina – waren die Nachholprüfungen von besonderer Wichtigkeit. Das Bestehen der 8. Klasse bedeutet auch das Ende der der Schulpflicht in Rumänien. Danach kann eine Ausbildung begonnen werden, die Berufsschule oder ein Gymnasium besucht werden. Am Montag den 17. August habe ich die Kinder in die Nachholprüfungen gefahren, und am Nachmittag nach vielen Emotionen sie als „Absolventen“ wieder im Camp gefahren. Ein sehr besonderes Moment war der Rückkehr im Camp, als unsere „Absolventen“ lautstark gejubelt und applaudiert wurden. Sie haben es geschafft!!! Es hat sich gelohnt am Ball zu bleiben die Schule nicht aufzugeben! Auf für Jeni und Carmen, die die Kinder seit über sechs Jahren unter ihre Fittichen haben war dieser Moment besonders rührend.

Marius, Elena, Ximina - Emotionen vor den Nachholprüfungen
Marius, Elena, Ximina – Emotionen vor den Nachholprüfungen

Bemerkenswert waren die Änderungen der drei jungen Schüler am nächsten Tag zu beobachten. Sie haben sich freiwillig gemeldet, bei den Übungseinheiten der Zweitklässler mitzuwirken.

Ximina übt das 1 x 1 mit den Kleinen
Ximina übt das 1 x 1 mit den Kleinen

Eine sehr gute Motivation für die Vorbereitung der Nachholprüfungen war das Fußbalspiel am Nachmittag. Immer wieder kam die Frage: „Spielst Du bei uns im Team?“

Fußball. Jungs zeigen was sie können. Mädels kicken wie Beckham

Am letzten Tag gab es einen Fußball- und Handballtournier sowie viele Wettbewerben Sackhüpfen, Seilziehen. Katharina hat selbst ein Spiel zur Freude allen vorbereitet und angeleitet.

 

Und… Toooor! Der kleine Cosmin, der Torwart springt in der Luft vor Freude
Und… Toooor! Der kleine Cosmin, der Torwart springt in der Luft vor Freude

 

Während der Abschlußfeier am letzten Tag wurden Teilnehmerurkunden aber auch Preise verteilt. Die beiden Clowns „Lola“ und „Marylinne“ haben Überarschungspäckchen vorbereitet.

Lola und Marylinne bei der Abschlussfeier
Lola und Marylinne bei der Abschlussfeier

Im Bus wurde ein Abschiedslied gesungen „La revedere Tabárá draga“ – Auf Wiedersehen, liebes Sommercamp, Danke für die schöne Zeit und die sonnigen Erinnerungen.

Die letzten Tage in Rumänien haben wir uns von den Kindern verabschiedet und konnten auch sehen wo und wie sie wohnen.

 

Auf Wiedersehen bis zum nächsten Jahr! Die Kinder haben viel erlebt, viel Selbstvertrauen getankt und haben einen vollen Rucksack mit sonnigen Erinnerungen für das neue Schuljahr!

Herzlichen Dank für das Vertrauen und die Unterstützung für das Sommercamp 2015! Herzlichen Dank für die großzügige Spende der Stiftung. Die Kinder bedanken waren sehr motiviert zu hören, dass ein Deutscher Profispieler sie direkt unterstützt. Sie bedanken sich herzlichst durch ein für sich sprechendes Fotos: „Danke J.“

Danke Jens Jeremies Stiftung
Danke Jens Jeremies Stiftung

 

Die freudige Nachricht. Die Kinder hatten Anfang September die Nachholprüfungen abgelegt. Und… ALLE Kinder haben die Nachholprüfungen erfolgreich bestanden! Mit Selbstvertrauen und Zuversicht! Herzlichen Glückwunsch!

In dem neuen Schuljahr sind weitere sieben Schüler für die Hausaufgabenbetreuung übernommen worden. Ein weiteres Schuljahr mit täglichen Herausforderungen steht an.

Ich freue mich über die weitere Entwicklung der Kinder und von Bricks of Life berichten zu dürfen. Danke nochmals. Herzlichen Dank!

Kontakt:

Victor Czenter
Bricks of Life – Zukunft braucht Chancen – Bildungsprojekt in Rumänien
http://bricksoflife.com/
https://www.facebook.com/bricksoflife